qui, quae, quod: Relativpronomen

Möchtest du lieber gleich üben? Hier geht’s zur Übung.

Einleitung

Relativpronomen sind eine feine Sache. Im Deutschen sind sie so fein, dass sie für die meisten Leute fast schon zu fein sind. Man benutzt sie nämlich fast nur dann, wenn es wichtig ist, dass man sich „genau“ ausdrücken muss. Aus der Alltagssprache haben sich die meisten Relativpronomen schon verabschiedet…

Was ist denn nun ein Relativpronomen?

Ein Relativpronomen hat eine „Relation“, also eine Beziehung, zu einem Wort, das vorher im Satz kam. Zum Beispiel:

Tobias ist der Junge, der dir gestern das Buch gezeigt hat.

Carlotta, die gestern im Schwimmbad war, fuhr gerade mit dem Porsche vorbei.

Dieses Relativpronomen im Nominativ (wer hat dir gestern das Buch gezeigt?) ist im Deutschen noch halbwegs üblich. Auch der Akkusativ (wen habe ich lange nicht gesehen?) ist noch relativ üblich:

Ich habe gerade David getroffen, den ich lange nicht gesehen hatte.

Schau mal, da ist Katjana, die so schöne Zöpfe hat.

Die anderen beiden Fälle, Dativ und Genitiv, sind im Deutschen – zumindest im Alltag und in der Umgangssprache – etwas selten geworden, aber es gibt sie in der „gehobenen“ Sprache trotzdem auch als Relativpronomen:

Jonas, dessen Lieblingssport Fußball ist, kann auch hervorragend Gokart fahren.
(wessen Lieblingssport ist Fußball – Genitiv)

Tommy, dem ich die Relativpronomen erklärt habe, hat sie schon vergessen.
(wem habe ich die Relativpronomen erklärt – Dativ)

Noemi, deren Fahrrad über 200km/h fahren kann, mag Michael Schumacher.
(wessen Fahrrad fährt über 200km/h – Genitiv)

Medea, der ich gestern das Buch ausgeliehen habe, hat es heute zurückgegeben.
(wem habe ich das Buch ausgeliehen – Dativ)

Was hat das mit Latein und mit „qui quae quod“ zu tun?

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Im Lateinischen sind Relativsätze viel normaler als im Deutschen. Man trifft sie ständig. Sie funktionieren zum Glück auch genauso.

Tobias est puer, qui heri tibi librum monstravit.
(Tobias ist der Junge, der dir gestern das Buch gezeigt hat.)

Medea, cui heri librum dedi, hodie reddidit.
(Medea, der ich gestern ein Buch gegeben habe, hat es mir heute zurückgegeben.)

Ähnlich wie im Deutschen verändert sich die Form des lateinischen Relativpronomens je nach Fall:

maskulinum femininum neutrum
qui der quae die quod das
cuius dessen cuius deren cuius dessen
cui dem cui der cui dem
quem den quam die quod das
quo mit dem qua mit der
quo mit dem

Dummerweise muss man nun diese Tabelle (qui, quae, quod…) auswendig lernen, um sich in einem lateinischen Satz mit Relativpronomen zurechtzufinden. Das geht allerdings recht schnell, weil doch viele Formen sich sehr ähnlich sind. Die deutsche Übersetzung kann man mitlernen, muss man aber nicht – wenn man die Form im Deutschen sicher bilden kann. Das Pronomen gibt es natürlich auch im Plural:

maskulinum femininum neutrum
qui die quae die quae die
quorum deren quarum deren quorum deren
quibus denen quibus denen quibus denen
quos die quas die quae die
quibus mit denen quibus mit denen quibus mit denen

Hier kannst du die Relativpronomen direkt online trainieren.

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