Infinitiv Perfekt

Das Lateinische kennt neben dem Infinitiv Präsens auch weitere Infinitive. Einer davon ist der Infinitiv Perfekt:

vexavisse – gequält haben
laudavisse – gelobt haben
dixisse – gesagt haben

Der Infinitiv Perfekt endet immer auf -isse, daran ist er gut erkennbar. Er wird vom Perfektstamm gebildet, also von der dritten Form, die man bei den Vokabeln mitlernt:

vexare, vexo, vexavi, vexatum
Der Infinitiv Perfekt heißt: vexav + isse = vexavisse

Übersetzung

Der Infinitiv Perfekt taucht meistens im AcI auf. Das bedeutet dann, dass die Handlung im AcI zeitlich vor dem Prädikat stattgefunden hat. Wie ändert sich die Bedeutung, wenn der Infinitiv Perfekt vorkommt?

  1. Infinitiv Präsens: Marcus Antoniam clamare audit.
    = Marcus hört, dass Antonia ruft.

  2. Ininitiv Perfekt: Marcus Antoniam clamavisse scit.
    = Marcus weiß, dass Antonia gerufen hat.

Der AcI (im Deutschen der dass-Satz) rutscht in die Vergangenheit:

  1. Mit Infinitiv Präsens: Antonia Marcum numquam audire dicit.
    = Antonia sagt, dass Marcus nie zuhört.

  2. Mit Infinitiv Perfekt: Antonia Marcum numquam audivisse dicit.
    = Antonia sagt, dass Marcus (noch) nie zugehört hat.

Was sich ändert, ist also nur der dass-Satz. Der rutscht eine Zeit „nach hinten“.

Passiv

Der Infinitiv Perfekt Passiv ist noch einfacher zu erkennen. Er sieht nämlich genau wie ein Perfekt Passiv aus, nur dass er eben im Infinitiv steht:

vexatum esse – gequält worden sein
laudatum esse – gelobt worden sein
dictum esse – gesagt worden sein

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