Diese verflixten Fälle – Kasus und was sie bedeuten

Die Fälle (lateinisch: ein Kasus mit kurzem u, viele Kasūs, mit langem ū) sind eine der absoluten Grundlagen im Lateinunterricht. Wer die nicht ganz genau verstanden hat, wird im Grammatikunterricht immer wieder verwirrt sein. Dabei sind sie eigentlich ganz einfach; im Prinzip kennt man sie schon aus der Grundschule.

Kasūs im Deutschen

Im Deutschen gibt es vier:

  1. Nominativ: Der Wer-Fall.
  2. Genitiv: Der Wessen-Fall.
  3. Dativ: Der Wem-Fall.
  4. Akkusativ: Der Wen-Fall.

Nicht ganz klar? Hier kannst du üben, wie das funktioniert. Nimm dir einen Augenblick für die Übungen, bis du dir sicher bist, damit du das verstehst, was jetzt kommt.

Kasūs im Lateinischen

Das Lateinische „spinnt“ manchmal ein wenig, wie du sicher schon gelernt hast. Zum Beispiel haben die Lateiner einen Extra-Kasus, den wir im Deutschen nicht haben. Die anderen vier Kasūs sind dagegen ganz „normal“:

  1. Nominativ: Der Wer-Fall.
  2. Genitiv: Der Wessen-Fall.
  3. Dativ: Der Wem-Fall.
  4. Akkusativ: Der Wen-Fall.
  5. Ablativ: Der Womit-Fall.

Was es mit dem Ablativ auf sich hat, klären wir auf einer anderen Seite. Wichtig ist zunächst einmal, dass dir klar ist, welcher Fall mit welcher Frage verheiratet ist. Dann kannst du, sobald du einen Fall erkennst, die richtige Übersetzung wählen. Hier kannst du diese Zuordnung üben.

Kasūs in der Formentabelle

Lateinische Grammatik kommt oft in Tabellen daher, zum Beispiel so:

Singular Plural
Nom. puella das Mädchen puellae die Mädchen
Gen. puellae des Mädchens puellarum der Mädchen
Dat. puellae dem Mädchen puellis den Mädchen
Akk. puellam das Mädchen puellas die Mädchen
Abl. puella mit dem Mädchen puellis mit den Mädchen

Um Himmels Willen, wer soll daraus schlau werden? Hey, eigentlich gar kein Problem! Wenn du die a-Deklination auswendig gelernt hast, weißt du, welche Endung (a-ae-ae-am-a…) zu welchem Fall gehört (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ). Nehmen wir einen ganz leichten Beispielsatz:

Marcus puellam videt.
Marcus puellam sieht.

Wenn du nun in diesem lateinischen Satz über das Wort puellam stolperst und deine Formen kannst, weißt du gleich, a-ae-ae-am-a, das ist der vierte Fall, also der Akkusativ! Im nächsten Schritt erinnerst du dich, welche Frage der Akkusativ beantwortet – die Wen-Frage! Wen sieht Marcus also? Das Mädchen! Und fertig ist deine richtige Übersetzung.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.