Elegie I, 3

Ibitis Aegaeas sine me, Messalla, per undas,
O utinam memores ipse cohorsque mei.
Me tenet ignotis aegrum Phaeacia terris,
Abstineas avidas, Mors, modo, nigra, manus.
5 Abstineas, Mors atra, precor: non hic mihi mater
Quae legat in maestos ossa perusta sinus,
Non soror, Assyrios cineri quae dedat odores.
Messalla, du gehst ohne mich durch die ägäischen Wellen,
ach wenn du und dein Gefolge doch an mich denken würdet.
Mich Kranken hält Phäakien auf fremdem Land.
Halte die gierigen Hände nur fern von mir, dunkler Tod!
Halte dich fern, finsterer Tod, ich bitte dich: hier hab ich keine Mutter,
welche die verbrannten Knochen vor der traurigen Brust aufsammeln könnte,
und keine Schwester, welche assyrische Düfte über die Asche streuen könnte.

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Satyricon III, 61-63 (Der Werwolf)

Buch III, 61-63: Der Werwolf

[LXI] Postquam ergo omnes bonam mentem bonamque valitudinem sibi optarunt, Trimalchio ad Nicerotem respexit et: „Solebas, inquit, suavius esse in convictu; nescio quid nunc taces nec muttis. Oro te, sic felicem me videas, narra illud quod tibi usu venit.“ Niceros delectatus affabilitate amici: „Omne me, inquit, lucrum transeat, nisi iam dudum gaudimonio dissilio, quod te talem video. Itaque hilaria mera sint, etsi timeo istos scolasticos ne me rideant. Viderint: narrabo tamen, quid enim mihi aufert, qui ridet? satius est rideri quam derideri.“ Haec ubi dicta dedit, talem fabulam exorsus est:
Nachdem sich also alle einen guten Geist und eine gute Gesundheit gewünscht hatten, blickte Trimalchio zu Niceros zurück und sagte: „Du warst für gewöhnlich beim Gelage vergnüglicher; ich weiß nicht, warum du jetzt schweigst und dich nicht regst. Ich bitte dich, damit du mich erfreust, erzähl irgendetwas, was du erlebt hast.“ Niceros freute sich über die Neugierde seines Freundes, und sprach: „Jeder gute Handel soll an mir vorüberziehen, wenn ich nicht schon lange vor Freude platze, weil ich dich so fröhlich sehe. Deshalb soll reine Heiterkeit herrschen, obwohl ich fürchte, dass diese Scholasten da über mich lachen werden. Sollen sie nur: ich werde trotzdem erzählen, was sorgt mich schon einer, der lacht? Es ist besser, die anderen lachen über mich, als wenn sie mich auslachen.“ Nachdem er das gesagt hatte, besann er mit der folgenden Geschichte:

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Epigramm I, 35

Versus scribere me parum seueros
nec quos praelegat in schola magister,
Corneli, quereris: sed hi libelli,
tamquam coniugibus suis mariti,
5 non possunt sine mentula placere.
Darum, dass ich nicht gerade ernste Verse schreibe
und solche, welche der Lehrer in der Schule nicht vorträgt,
Cornelius, darüber beschwerst du dich: aber jene Bücher,
so wie die Ehemänner ihren Ehefrauen,
können ohne Schwänzchen nicht gefallen.

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